Wiedereröffnungsfeier im Walzbachbad - Sportlich, familienfreundlich und energiesparend

Jazz im Hallenbad klingt auch nicht schlecht. Mit flotten Stücken eröffneten Thomas Jehle am Piano und Stefan Burkhardt am Kontrabass die Wiedereröffnungsfeier des sanierten Walzbachbads. Nach rund sieben Monate dauernder Bauzeit wurde am Freitag das Weingartner Schwimmbad mit einer fröhlichen Feier seiner Bestimmung übergeben. Das Bad wurde in vielen Bereichen grundlegend saniert. Ursache war eine altersbedingte Undichtigkeit im Schwimmerbecken, die hohe Wasserverluste zur Folge hatte. Um das in Zukunft zu vermeiden, wurde das Becken mit einem langlebigen und wartungsarmen Edelstahleinsatz ausgekleidet. Der Leiter des Ortsbauamts Oliver Leucht hatte als Bauleiter fungiert und die einzelnen Gewerke koordiniert. Der Bereich um das Becken herum ist weiterhin gefliest, aber auch hier wurde auf größtmögliche Dichtigkeit geachtet.

Durch die Verwendung großflächiger Fliesen von 60 auf 30 Zentimeter entstehen weniger Fugenanteile.  Runderneuert wurde auch der technische Bereich, wobei auf Energieeinsparungen geachtet wurde: Einströmöffnungen im Boden zur Verbesserung der Hydraulik,  eine Mehrschichtfilteranlage mit frequenzgesteuerten energiesparenden Pumpen und eine neue Hallenbeleuchtung mit einer sensorgesteuerten LED-Technik. Das bedeutet, dass die Lampen sich selbsttätig erst dann einschalten,  wenn das Tageslicht entsprechend abgesunken ist. Durch diese umfangreichen Maßnahmen können die laufenden Betriebskosten für den Badebetrieb entsprechend reduziert werden, erklärte Leucht.  Alles in allem sei das Bad unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zukunftsfähig aufgestellt, so dass der Bevölkerung zukünftig ein Familien- und Sportbad zur Verfügung steht. Die Wassertiefen haben sich im Vergleich zu vorher nicht geändert. Der tiefste Punkt im Schwimmerbecken liegt bei etwa 1,90 Meter, die Flachwasserzone ist maximal 1,30 Meter tief und geht über eine Schräge im Beckenboden in den Schwimmerbereich über. Das Kinderplanschbecken mit Badepilz blieb selbst von den Umbauarbeiten unberührt, nur das Filtergehäuse für dieses Becken wurde repariert. Bereits im Vorfeld hatte der Verwaltungsausschuss auf Antrag der WBB-Fraktion die Einrichtung einer beratenden Kommission beschlossen, in der ein Mitglied jeder Fraktion vertreten war. Diese Kommission hatte den Einbau von Unterwasserkameras angeregt, um die Sicherheit im Becken zu erhöhen. Diese wurden auf Beschluss des Gemeinderates zwar noch nicht eingebaut, aber die technischen Voraussetzungen geschaffen, dass zu einem späteren Zeitpunkt die eingebauten Unterwasserleuchten durch Module mit Leuchten und Kameras ausgetauscht werden können. Das gesamte Bauprojekt beläuft sich auf eine Investitionssumme von rund 680.000 Euro netto. In seiner Ansprache blickte Bürgermeister Eric Bänziger  auf die Anfänge zurück. Am 1. Juli 1968 wurde an dieser Stelle die erste „Badeanstalt“ in Betrieb genommen. Damals war Weingarten Vorreiter, denn kaum eine Gemeinde dieser Größe hatte eine Badeanstalt. Seitdem hatte ein Schwimmbad – als Freiwilligkeitsleistung einer Gemeinde – immer hohen Stellenwert in Weingarten und bis heute sei es Verwaltung und Gemeinderat wichtig, diese Freiwilligkeitsleistung anbieten zu können, was alles andere als selbstverständlich sei.  Er betonte, einstimmig sei der Beschluss gefasst worden, überhaupt zu sanieren, einstimmig zu einer grundlegenden Generalsanierung und einstimmig zu einem Edelstahlbecken. Die letzte Sanierung habe in 1991 stattgefunden und das Becken war nach 25 Jahren undicht geworden. Die gesamte Investition sei trotz einiger Widrigkeiten im Zeit- und im Kostenplan geblieben, fuhr er fort. Sodann demonstrierten die Schwimmer der Fußballvereinigung und die DLRG einige Beispiele ihres Könnens: beispielsweise eine Technik, bei der nur die Arme zum Einsatz kommen, ein Staffelschwimmen mit Kopfsprüngen von den Startblöcken oder das DLRG mit der Rettung einer Puppe.  Ralph Dämmer, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe, dankte für die jetzt wieder tollen Trainingsmöglichkeiten. Mit ihrer Mitwirkung unterstrichen die Vereine auch die Zweckmäßigkeit und Eignung des Bades nicht nur als Familienbad sondern auch als Sportbad mit fünf 25-Meter-Bahnen. Zum Abschluss hieß es „Wasser frei“ zum Eröffnungssprung für alle!

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