Weingartens Weinmonarchie ist weiterhin gesichert - Vier charmante Bewerberinnen stellen sich zur Wahl der neuen Weinkönigin

Weingartens traditionsreiche Weinmonarchie, die bereits 1951 beim ersten Winzerfest begründet wurde, ist auch für die nächsten beiden Jahre gesichert: Im Rahmen einer kurzweiligen Soiree stellten sich am vergangenen Freitag im Turmzimmer des Rathauses vier attraktive junge Damen für das Ehrenamt der neuen Weinkönigin vor. Es war dies der erste Teil des zweistufigen Wahlverfahrens, der zweite folgt dann am Samstagabend, 15. Juli, im Rahmen des 24. Wein- und Straßenfestes. Bürgermeister Eric Bänziger begrüßte dazu zahlreiche Vertreter der Vereine und des öffentlichen Lebens, unter ihnen auch seinen Vorgänger und Ehrenbürger Klaus-Dieter Scholz. „Weingarten wäre ohne Wein nicht denkbar, und wir alle sind heute die erste Jury“, stimmte das Ortsoberhaupt die 56 Gäste auf ihre Aufgabe ein.

Denn genau doppelt so viele Propeller werden am Abend des Straßenfestes abgeschossen, um die restlichen zwei Drittel der Wahlberechtigten auf dem Rathausplatz zu ermitteln. Vereinssprecher Karlernst Hamsen hieß die Gäste im Namen der Weingartener Vereine willkommen und wünschte den Kandidatinnen viel Glück. Denn der Vorwahl im Turmzimmer geht immer eine kleine Prüfung voraus, bei der die Bewerberinnen Fragen zu beantworten haben und dabei mit dem Lampenfieber fertig werden müssen. Als Ermunterung für die neuen Kandidatinnen sprach die noch amtierende Weinkönigin Elisa auch im Namen ihrer Prinzessin Elina von einer schönen und eindrucksvollen Amtszeit, die jetzt leider zu Ende gehe. Dabei hätten die Weinhoheiten bei der Präsentation des Weingartener Weines viele Menschen kennen gelernt. Als einen Höhepunkt nannte sie die Begegnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Bundesparteitag der CDU in Karlsruhe. „Es hat Spaß gemacht, und wir denken gerne an diese Zeit zurück“, versicherte Elisa. Frank Gauss als Vertreter der Weinmanufaktur dankte den scheidenden Weinhoheiten für ihre hervorragende Präsentation des Weingartener Weines in den vergangenen zwei Jahren. Bei den Winzerfesten von 1951 bis 1985 hatten sich immer fünf junge Damen des jeweiligen Jahrgangs im Festzelt zur Wahl durch Wahlmänner gestellt. Dies war zu jener Zeit noch ein Privileg der Männer. Aber die Zeiten haben sich geändert, so dass seit der Installierung des Wein- und Straßenfestes selbstverständlich auch die Frauen wahlberechtigt sind. Dann öffnete sich die Tür zum Turmzimmer, und vier junge anmutige und bezaubernde Damen im Dirndl in Cappuccino und Rosa  marschierten ein, um sich den Gästen vorzustellen. Nacheinander präsentierten sich die 25-jährige staatlich anerkannte Physiotherapeutin Laura Buhmüller und die 18-jährige Schülerin Liv Fornoff sowie die beiden im Oktober 18 Jahre alt werdenden Paula Simon und Pia Schneider. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie schon von Kindesbeinen an und Jugend auf dem Weinbau über Eltern und Großeltern verbunden sind. Jede der vier jungen Damen berichtete von ihren Interessen und Hobbys und begründete überzeugend ihre Motivation, sich der Wahl zu stellen und Weinkönigin werden zu wollen. Aus ihren Statements wurde aber auch die große Vorfreude auf das neue Amt erkennbar. Bei allen vier Kandidatinnen gewannen die Gäste den Eindruck, dass es ihnen eine echte Ehre ist, den Weingartener Wein in den nächsten beiden Jahren bei zahlreichen öffentlichen Anlässen repräsentieren zu dürfen. Dann folgte das so genannte „examen rigorosum“, bei dem die Bewerberinnen von Frank Gauss und Kelllermeister Daniel Moschell zu ihren Kenntnissen rund um den Wein und den Weinbau befragt wurden. Da ging es unter anderem um Weingarten und seine Geschichte, um Anbauflächen und Hektarzahlen, um den unterschiedlichen Ausbau der Weine, um das Gründungsjahr der Winzergenossenschaft und die Fusion mit Schliengen/Müllheim sowie um die Kenntnis der einzelnen Rebsorten und die 13 Anbaugebiete in Deutschland  und die neun Bereiche in Baden. Von den ehemaligen Weinprinzessinnen Marielle Reuter und Claudia Hauswirth bestens geschult, bewiesen die vier jungen Damen ihre Kompetenz rund um den Wein und heimsten für ihre präzisen Antworten respektvollen Beifall des Auditoriums ein. Die Prüfung bestanden sie also allesamt ohne Übertreibung mit einem „summa cum laude“. Auch bei der Präsentation ihres jeweiligen Lieblingsweines machten die fünf Bewerberinnen nicht nur „bella figura“, sondern wussten auch mit ihren Fachkenntnissen zu glänzen. So schwenkten sie das Glas zur Entfaltung der Aromen und gaben den Gästen Empfehlungen, welcher Wein zu welchen Speisen am besten passt.

Danach hatte das Publikum die Qual der Wahl. Zehn, acht, sechs und vier Stimmen mussten die 56 Wahlmänner und Wahlfrauen auf die einzelnen Kandidatinnen abgestuft verteilen. Danach wurde die Wahlurne mit den Stimmzetteln versiegelt. Sie verbleiben bis zum Wein- und Straßenfest unausgewertet darin, dann werden per Propeller die weiteren 112 Wahlmänner und Wahlfrauen ermittelt und anschließend das Gesamtergebnis festgestellt.

Am Abend des 15. Juli wird dann gegen 22 Uhr auf dem Rathausplatz das Geheimnis gelüftet, wer die neue Weingartener Weinkönigin ist. Aber auch die drei unterlegenen Kandidatinnen sind keine Verliererinnen und gehen deshalb auch nicht leer aus. Denn Hoheiten sind sie bereits seit ihrer Bewerbung und, wie es sich für eine Weinmonarchie geziemt, werden sie zu Weinprinzessinnen ernannt. Sie helfen der Weinkönigin in den kommenden zwei Jahren, den Weingartener Wein bei zahlreichen Anlässen mit Würde und Anmut zu repräsentieren. Roland Felleisen

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