12. Lebenslauf für blut.ev

Eine halbe Stunde vor Beginn des „Warm up“-Programms ist es auf dem Areal vor dem Feuerwehrhaus noch verhältnismäßig ruhig. Haben die hochsommerlichen Temperaturen die Läuferinnen und Läufer für den zwölften „Lebenslauf“ des Vereins „blut.eV“ doch nicht kalt gelassen? „Rund 700 haben sich online angemeldet“ ist aus der Anmeldung zu hören, „aber es kommen ständig noch spontan Entschlossene dazu“. Gut organisiert dagegen waren die zahlreichen Teilnehmergruppen, die für Firmen, Vereine und Organisationen an den Start gingen.

Michelin spendet 7.000 €

Im Schatten der Mineralix-Arena, mit eigenem Zelt, hatte sich der „Lauftreff Michelin Karlsruhe“ niedergelassen. „Wir haben die Anzahl der Läuferinnen und Läufer seit dem letzten Jahr verdoppelt“, berichtet ihr Trainer Andreas Hummel, „110 machen heute mit. Vielleicht reicht’s für die ‚größte Gruppe‘“. Er zeigt sich begeistert über diese große Solidarität, die die Weingartner Bürger (und etliche Auswärtige) hier aufbringen. Seine Firma tritt als neuer Hauptsponsor auf und überreicht Elke Jordan 7.000 €.

„Solidarität mit Nils“

„Aufs Mitmachen kommt es an“, sagt Jörg Kreuzinger vom TSV Weingarten. Der langjährige Moderator des „Lebenslaufs“ hat das Mikrofon an David Metzger weitergegeben und die Laufschuhe angezogen. Die Solidaritätsaktion ist ihm wichtig, aber er gibt einen Festbetrag, um sich „nicht selbst unter Druck zu setzen“. Solidarität zu zeigen mit den Menschen, die an Krebs erkrankt sind, für sie zu kämpfen und Geld zu erlaufen, das dem Verein für seine Aktionen zu Gute kommt, steht für viele Teilnehmer an erster Stelle. Mitten drin im Pulk der Teilnehmer findet sich die „Laufgruppe Nils“. Vor wenigen Wochen wurde beim Sommerfest der Turmbergschule zur Typisierungsaktion für den an Leukämie erkrankten Neunjährigen aufgerufen. Heute wirkt die Solidarität weiter. „Nils hat gejubelt, als er gehört hat, wie viele Menschen sich für ihn einsetzen“, sagt Kirsten Jordan von „blut.eV.

Oder etwas für den eigenen Körper tun

Andere sehen den Lauf auch als persönlichen Fitness-Test, die 1,3-Kilometer lange Rundstrecke durch Weingarten möglichst oft zu absolvieren. Cornelius Mund hat im vergangenen Jahr in seiner Altersklasse ab 61 den dritten Platz erreicht, dieses Ergebnis möchte er gerne verteidigen. Petra Lindenfelser aus Obergrombach ist zum ersten Mal dabei und sieht den „Lebenslauf“ als Trainingslauf für den Halbmarathon an, den sie im Herbst absolvieren will. Auf der Bühne beginnen die Kinder des Kindergartens „Waldbrücke“ mit ihrem Aufwärmprogramm, denn „ein Kaltstart ist schlecht“, erklärt der Moderator. „Auf diese Aufgabe legen wir sehr viel Wert“ bekräftigt die Erzieherin Birgit Kolb. „Der Lebenslauf ist eines der wichtigsten Events für unseren Kindergarten.“ Eine Gruppe Feuerwehrmänner läuft in voller Ausrüstung und unter Atemschutz mit und schafft zwei Runden.

Rückblick wie alles anfing

Dann greift Elke Jordan zum Mikrofon. Sie bedankt sich bei den zahlreichen Sponsoren und Helfern. Um die letzten Minuten bis zum Start zu überbrücken, erzählt sie von den Anfängen vor zwölf Jahren. Damals habe sich die Organisation auf dem Festplatz abgespielt und sie und ihr Team waren noch völlig unerfahren. Das Essen hätten nicht gestimmt, nämlich Nudelgerichte, aber es seien 250 Läufer gekommen. Heute seien es 1200 Teilnehmer und mehr. Zur Verpflegung stehen Obststücke und Wasserbecher an der Station bereit und gerne greifen die Sportler zu. 26 Kasten Wasser stehen unter dem Tisch parat, der Kühlwagen steht in nächster Nähe.

Lebenslauf in Zahlen

Gesamte Teilnehmerzahl                  1.158

Gesamte Rundenzahl                        8.085

Ältester Teilnehmer                       85 Jahre

Jüngster Teilnehmer                         1 Jahr

Größte Gruppe:

Gruppe Nils                               238 Läufer

Lauftreff Michelin                       104 Läufer

Neuapost. Kirche                         90 Läufer

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