Gedenkfeier zum Volkstrauertag

„Ich hatt‘ einen Kameraden“. Es war der Höhepunkt des feierlichen Gedenkens am Volkstrauertag, als Siegfried Blattner bei den Soldatengräbern auf dem Weingartner Friedhof dieses bewegende Solo auf der Trompete blies und Bürgermeister Eric Bänziger und der Vorsitzende des VdK Manfred Milch dort einen Kranz niederlegten. Dem vorausgegangen waren ein stilles Gedenken am Denkmal Derjeniger, die auf Weingartner Gemarkung umgekommen waren und eine Gedenkfeier in der Kapelle. Zwei Angehörige der Bundeswehr und vier Mitglieder der Feuerwehr (Christian Müller und Padraig Hill sowie mit Michelle und Marlene Essig erstmals auch zwei Frauen) hielten die Ehrenwache. Der Gemischte Chor des Gesangvereins „Frohsinn“ unter Leitung seines Dirigenten Alexej Burmistrov erhob seine Stimme zu einem würdigen „Vater unser steh uns bei“ und Bürgermeister Eric Bänziger eröffnete seine Ansprache: Der Volkstrauertag sei ein Tag des Gedenkens, der Versöhnung und der Mahnung.

Die „Gedanken einer Schülersprecherin“ stellte er in den Mittelpunkt seiner Ausführungen: „Das Thema Krieg ist heute aktueller denn je. Wir spüren die Auswirkungen, indem sich Menschen auf der Suche nach einem sicheren Zuhause auf die Flucht begeben.“ Dann fuhr der Bericht fort, die Großmutter habe das selbst erlebt. Sie schilderte die Vertreibung aus dem Sudetenland, den Verlust der Heimat und die pure Zufälligkeit, die Laune eines Soldaten, der die Familienzusammenführung in der amerikanischen Zone wieder ermöglicht hatte. „Durch den Krieg geschieht unfassbares Leid. Ein bisschen Nächstenliebe muss für Flüchtlinge der Himmel auf Erden sein.“ Der Akkordeonspielring unter Leitung von Uwe Höhn spielte einen sehr schönen, bewegenden Beitrag und der Bürgermeister endete mit den Worten, es sei unsere Pflicht,  das Gedenken weiterzugeben. Dann begaben sich die Teilnehmer zu den beiden Gedenkstätten und schließlich zum Wartturm, an dem zwei weitere Kränze zum Gedenken an die Opfer der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und an die Gefallenen der beiden Weltkriege angebracht wurden. Mit einem schweigenden Gedenken und einem letzten Lied, „Gib uns Frieden, Herr“ des Gesangvereins endete die Feierstunde.

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