2. Infoveranstaltung zum Ausbau Jöhlinger Str.

Das vielfach gewünschte Prinzip der frühzeitigen Bürgerbeteiligung scheint am Bauprojekt „Sanierung Jöhlinger Straße“ in Weingarten zu funktionieren. Nach der ersten Informationsveranstaltung hatte sich eine Interessensgemeinschaft (IG) formiert, war mit Gemeinderäten ins Gespräch gekommen und legte nun, am zweiten Informationsabend, ihre Ideen vor. Bürgermeister Eric Bänziger dankte der Initiative und ihrem Sprecher Armin Hoffmann für ihr großes Engagement. Zunächst erläuterte die Planerin Elke Gericke die Details des Vorhabens im ersten Bauabschnitt. Die Arbeiten beginnen bei der Carix-Anlage bis zur Sohlsiedlung und gehen sukzessive Richtung Ortsmitte voran. Geplant sei die Einrichtung von Tempo 30 ab dem Bärentalweg, ab Beginn der beidseitigen Bebauung bis zum Rathaus habe das Regierungspräsidium das zugesagt. Insgesamt vier Geschwindigkeitskontrolleinrichtungen („Blitzer“) sollen gewährleisten, dass die nun nahezu autofreie Straße nicht die befürchtete „Rennstrecke“ werde. Zwei Mittelinseln mit Verschwenkung sollen als zusätzliche Bremse fungieren. Die erste sieht die Planung im Abschnitt 1 A gleich am Ortseingang vor, die zweite am Bärentalweg (1 B) vor. Diese enthalte auch eine Querungshilfe, die Fußgänger und Radfahrer über den Bärentalweg zum Radweg entlang am Walzbach leiten soll. Im Abschnitt 1 C seien viele Einfahrten zu berücksichtigen, die mit Einfahrtschwellsteinen gestaltet werden könnten. Der Bauzeitenplan sehe vorbereitende Maßnahmen für eine Notsicherung der Wasserleitung vor, die von April bis Juni 2018 stattfinden sollen, danach beginnen die eigentlichen Bauarbeiten, die sich bis 2019 hineinziehen. Für den Durchgangsverkehr werde eine großräumige Umleitung über Berghausen-Bretten-Gondelsheim-Bruchsal empfohlen. Dann unterbreitete Armin Hoffmann die fundiert ausgearbeiteten Vorschläge der IG über die gesamte Strecke.

Die IG fordere Tempo 30 und einen ersten Blitzer bereits ab dem Ortseingang, was auch für das dortige Seniorenheim sinnvoll wäre. Den zweiten Blitzer empfehle er nach dem zweiten Fahrbahnteiler. Diesen würde er ein Stück weiter zur Ortsmitte hin schieben zur dort befindlichen Bushaltestelle.  An den Engstellen im zweiten Bauabschnitt könnten Parkzonen für nächtliches Parken eingerichtet werden, eine weitere Querungshilfe beim geplanten Parkhaus, um die Fußgänger von der Nordseite auf den breiten Gehweg auf der Südseite zu bringen, eine Bedarfsampel am Zebrastreifen bei der Zufahrt zum Katzenberg und einen vierten Blitzer vor der Bushaltestelle. Das Wichtigste sei der IG, betonte er, keinen weiteren Verkehr in den Ort zu bringen und mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, darum die Forderung, den Autoverkehr schon frühzeitig abzubremsen. Bänziger teilte zwar dieses Ansinnen, hielt es aber trotzdem aus den Augen des Regierungspräsidiums für „weitestgehend aussichtslos“, da eine Landesstraße dem rollenden Verkehr den Vorrang einräume. Hoffmann sagte, diese Sanierung sei ein historisches Projekt. Jetzt würden für die nächsten 50 Jahre Fakten geschaffen und darum müsse das maximal Mögliche gefordert werden. Bänziger versprach, das Thema „Tempo 30 ab Ortseingang“ in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 27. November zu diskutieren. Zur Abstimmung stehe zunächst Bauabschnitt eins.

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