Zertifizierungsveranstaltung für Vereine gut besucht

Wegschauen ist keine Lösung

28 Vereine aus dem Landkreis, darunter mehr als 20 aus Weingarten, hatten am Samstag Vertreter zu der Schulung des Landkreises „Wegschauen ist keine Lösung“ entsandt, um ein Zertifikat in Sachen „Suchtvorbeugung und Jugendschutz“ zu erwerben oder aufzufrischen. Seminarleiterin war Sybille Katz von der Fachstelle Sucht im Landratsamt. Sie dankte der Gemeinde Weingarten für die Gastfreundschaft und die Organisation sowie Verpflegung der Teilnehmer während des mehrstündigen Seminars.  Die Zertifikate für Vereine bedeuten eine Selbstverpflichtung zur Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. Sie seien neben den Jugendschutzteams ein wichtiger Baustein im Bestreben, die Jugendlichen vor Drogen zu schützen, erklärte Sybille Katz. Denn Vereine seien Freizeitpartner für Jugendliche und deshalb bedeutende Multiplikatoren. Weit an der Spitze im Konsum von Drogen stehen Alkohol und Zigaretten. Beides sind Drogen, deren Konsum gesellschaftlich besetzt sei und bei Jugendlichen eher im Freundeskreis vollzogen werde.

Während beim Rauchen ein allgemeiner Rückgang zu verzeichnen sei, was zweifellos dem Imagewandel des Rauchers geschuldet sei, habe sich der Alkoholkonsum infolge des demografischen Wandels auf eine jüngere Klientel verlagert. Je früher der Jugendliche mit Alkohol in Berührung komme, desto größer sei sein Risiko, an dieser Sucht zu erkranken. Außerdem sei das Gehirn im Alter zwischen zwölf und 20 Jahren im Bereich der maximalen Lernfähigkeit und die Persönlichkeit enorm formbar. Die größte Gruppe der regelmäßigen Trinker bilde die Altersgruppe der jungen Erwachsenen, berichtete Katz aus der Statistik. Eine wichtige Rolle im Drogenkonsum komme dem Umfeld mit Vereinen und Familie zu, wozu auch die gesellschaftliche Relevanz des „Kulturguts Wein“ gehöre, sowie der Einstellung des Jugendlichen. „Es ist auch Sinn der Veranstaltung, nicht nur den Jugendlichen das Trinken zu verbieten, sondern die Vereinsmitglieder dafür zu sensibilisieren, auf die Jugend zu achten: Wo gibt es Probleme, wo läuft etwas aus dem Ruder“, sagte ein Teilnehmer von der Feuerwehr. Dann sollte eingegriffen werden. Für die Handhabung im Alltag hat das Landratsamt den Vereinen den Katalog „7 aus 14“ an die Hand gegeben. Dem sind Ratschläge zu entnehmen, die in konkreter Situation Hilfe anbieten. Dazu forderte Sybille Katz die Teilnehmer auf, in Gruppen bestimmte Problemstellungen zu bearbeiten und Lösungen anzubieten, die im Kreis diskutiert wurden. Alle Gruppen hatten am Gesetz orientierte, praxisnahe und psychologisch einfühlsame Vorschläge gefunden und jeder Teilnehmer dürfte für sich und seinen Verein etwas mitgenommen haben. Jeder teilnehmende Verein erhält das Zertifikat über die Gemeinde Weingarten oder vom Landratsamt an die angegebene Adresse zugesandt. Weitere Informationen sind auf www.lebenpur.de zu finden.

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