Theaterstück der Sparkassenstiftung "Gutes tun" 24.11.2017

Der Enkeltrick und andere Betrügereien

„Rate mal, wer dran ist“ – wenn sich jemand so am Telefon meldet, dann sollten die Alarmglocken schrillen. Denn anstatt der erwarteten freudigen überraschung könnte genauso ein übler Trick dahinterstecken. In einem eindrucksvollen Theaterstück zeigen der Theaterpädagoge Allan Mathiasch und sein Mitspieler Felix Beck Tricks und Vorgehensweisen von Betrügern. Mit Unterstützung der Sparkassenstiftung „Gutes tun“, vertreten durch Gisela von Renteln, hatte die Gemeinde Weingarten die Aufführung in einen Seniorennachmittag eingebaut. Bürgermeister Eric Bänziger begrüßte den Vorsitzenden des Ortsseniorenrates Willi Reichert, Polizeihauptkommissar Michael Schorpp und besonderes herzlich „seine“ Landfrauen, die mit Kaffee und köstlichen Kuchen aufwarteten. Mehrere realistische Beispiele waren zu sehen, dreimal wurde eine Person aus dem Publikum auf die Bühne gebeten.

Gisela von Renteln betonte die Aufklärung als Fürsorge der Sparkasse gegenüber älteren Menschen. Diese hätten durch ihre Arbeit zum heutigen Lebensstandard beigetragen und hätten darum besondere Aufmerksamkeit und Dankbarkeit verdient. Darum finanziere die Sparkassenstiftung das Theaterprojekt „Hallo Oma, ich brauch Geld“, denn ein Theaterstück sei wesentlich einprägsamer als jeder Vortrag. Dann herrschte erwartungsvolle Aufmerksamkeit. Das erste Beispiel bereits zeigte, dass seitens der Täter lediglich Überredungskunst und eine einfühlsam-provozierende Fragetechnik erforderlich sind, um das Vertrauen der Opfer zu gewinnen und zunächst wichtige Informationen und später sogar bereitwillig Geld zu bekommen. Der alte Herr ist allein zu Haus und glaubt sein Enkel sei am Telefon, der Bargeld benötige. Im zweiten Teil kommt seine „Ehefrau“, gespielt von Christa Stichnoth, zurück. Ihr gegenüber gab sich der Ganove in einem zweiten Anruf als Kriminalkommissar aus und behauptete, er werde einen verdeckten Ermittler zum Haus schicken, der Geld und Wertsachen in Sicherungsverwahrung nehme. Stichnoth blieb misstrauisch, reagierte ablehnend und bot an, das Geld auf die Polizeiwache zu bringen. Damit war der Trick gescheitert.

Zu jeder Szene erläuterten die Schauspieler und am Ende auch Michael Schorpp, was die Polizei niemals tue, woran die Seniorinnen und Senioren die betrügerische Absicht erkennen könnten und wie sie sich im Zweifelsfall richtig verhalten müssten. Am Ende stand die Einsicht, richtiges Verhalten erfordert nicht nur, gut informiert zu sein, sondern auch emotionale Stärke. Die Betrüger appellieren an Hilfsbereitschaft, die abzulehnen, nicht jedem leicht fällt. Sie geben sich als seriöse Menschen aus, die einen berechtigten Zugang zur Wohnung haben könnten. In diesem Fall wäre eine Rückversicherung beim angeblichen „Arbeitgeber“ das Richtige. Wer macht das im Ernstfall? Oder sie treten unbemerkt zu zweit auf. Während der erste den Wohnungsinhaber in ein Gespräch verwickelt und ablenkt, kommt der Komplize hinten durch die offene Terrassentür und entwendet Geld und Wertsachen. Hier wäre die Terrassentür zu schließen, bevor man die Wohnungstür öffnet, die einfachste Vorsichtsmaßnahme. Polizeipostenleiter Michael Schorpp machte noch einmal deutlich, keine Hemmungen zu haben, bei der Polizei nachzufragen, wenn verdächtige Personen auftauchten und vor allen Dingen keine persönlichen Angaben zu machen, schon gar nicht Kontonummern und ähnliches.

 

 

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