Sternsinger in Weingarten

Am 6. Januar, dem Tag der „Heiligen Drei Könige“ sind 15 Weingartner Kinder in ihrer Gemeinde ausgezogen, um sich unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein“ an der bundesweiten Kinderhilfsaktion „Dreikönigssingen“ zu beteiligen. Sie sammelten Spenden für Hilfsprogramme, deren Beispielland in diesem Jahr Kinderarbeit in Indien war. In einem feierlichen Gottesdienst wurden sie vom katholischen Pfarrer Jens Maierhof ausgesandt.

„Mir gefällt dieser Feiertag“, begann Maierhof seine Predigt. Ihm gefalle die Geschichte von den drei Weisen. Sterndeuter seien Entdecker. Sie seien aktive Menschen, die den Mut haben, aufzubrechen, einem Stern zu folgen und hartnäckig dran zu bleiben. Sie hätten auch die besondere Gabe, Zeichen zu deuten. In diesem Stern hätten sie gesehen, „etwas Großes und Weltveränderndes wartet auf uns“. Der Stern habe sie begleitet und sei ihnen vorangezogen. Allen Zweifeln – sind wir noch auf dem richtigen Weg? Kommen wir unserem Ziel näher? Oder bilden wir uns das nur ein? Machen wir uns etwas vor? – seien sie dem Stern treu geblieben und hätten sich nicht beirren lassen. Sie seien auch nicht den Verführungen am Hof des Herodes erlegen, sondern hätten ihr Ziel im Auge behalten. Sie finden es schließlich in einem fremden Land und einer fremden Kultur. Das kleine Jesuskind in einem ärmlichen Stall sei ein Zeichen für Außergewöhnliches. Aber sie bleiben nicht. Sie sind zufrieden, das Zeichen gefunden zu haben. Auch die Sternsinger begeistern ihn. Jungen und Mädchen, die es auf sich nehmen, die Botschaft von Gott, der mit uns geht, zu den Menschen zu bringen. Ganz bewusst sagte Maierhof zu den Kindern, „Ihr tut Gutes, Ihr bringt Spenden zu armen Kindern, Ihr seid ein Segen.“ Vor dem Hintergrund, dass laut einem Bericht in den BNN die Anzahl der Kinder, die an dieser Sache teilnehmen, im Rückgang begriffen ist, ein doppelt schönes Lob. Im Anschluss weihte er Wasser, segnete die Kinder und weihte die Kreide, mit der sie ihren Segensspruch an die Türen derjenigen Häuser schreiben, bei deren Bewohnern sie willkommene Gäste sind: „Christus mansionem benedicat“. Vor dem Verlassen der Kirche verlas ihre Leiterin Birgit Haller einen informativen Text über Kinderarbeit in Indien: Kinder setzen in Steinbrüchen und Minen ihr Leben aufs Spiel, sie schleppen Lasten, sie knüpfen von morgens bis abends Teppiche oder nähen billige Kleidung. Ihnen wird durch das Geld der Sternsinger geholfen, denn das Kinderhilfswerk investiert in Bildung als Weg aus der Armutsspirale.

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