Referentin Ute Walch bei „Vitamin F“ - „Leichter leben – was meine Handtasche über mich erzählt“ -

Die Handtasche: für viele Frauen ein unverzichtbares Utensil zur Aufbewahrung unverzichtbarer Dinge. Ein modisches Accessoire?  Ein Ausdruck ihrer Persönlichkeit? Oder alles zusammen? Ute Walch, Gymnasiallehrerin, Theologin und ehemalige Pfarrfrau aus Spöck, beleuchtete all diese Facetten in ihrem Referat „Lebe leichter - Was meine Handtasche über mich erzählt“, gehalten beim Frauenfrühstück „Vitamin F“ in Weingarten. Mit einem spannenden Mix aus Statistiken, literarischen Erzählungen und eigenen Erfahrungen gelang ihr ein Bogen vom Beginn der Geschichte der Handtasche zur Jetztzeit und eine psychologische Analyse der Trägerinnen, gespickt mit viel Humor und Authentizität. Waren die Täschchen im Rokoko noch so winzig, dass nur ein Taschentuch und ein Riechsalz hineinpassten, so wuchs mit der gesellschaftlichen Emanzipation der Frau auch die Größe ihrer Handtasche.

Unumwunden machte die Referentin, die in Paris studiert hat, ihr eigenes Verhältnis zur Handtasche zum Ausgangspunkt: „Ich liebe Handtaschen.“ Die Handtasche sei angesiedelt zwischen zweckmäßig, statusgebend und irrational. Es folgten eine Einordnung der „Handtaschentypen“ nach dem  Psychologen Alfred Gebert: Teure Taschen sagen über ihre Besitzerinnen: „Ich kann sie mir leisten.“ Ledertaschen mit vielen Fächern signalsieren: „Ich bin ein Perfektionist.“ Große Taschen mit wenig Fächern stehen dagegen für Spontaneität. Ausgefallene Taschen zeigen, was der Besitzerin im Leben wichtig ist. Einzelne Taschen aus einer mitgebrachten Auswahl sorgten für Farbe und Impulse auf den Tischen setzten Gespräche unter den Teilnehmerinnen in Gang: „Wie viele Handtaschen haben Sie?“ Die Erkenntnis war keine große Überraschung: Manche hatten viele, für jedes Outfit eine passende, andere hatten nur zwei, drei, meist zweckmäßige. Eine ausgelegte Literaturliste sollte anregen, das eine oder andere nachzulesen, beispielsweise der Titel von Beate Weingardt, „Du bist gut genug“, denn dieser kam dem Titel des Referats „Lebe leichter“ schon sehr nahe. Der Titel „Leichtes Gepäck“ des Künstlers „Silbermond“, der Handtascheninhalt und Seeleninhalt zusammenbringt, schlug den Bogen zum Loslassen und Befreien von Ballast: „Ab heut nur noch die wichtigen Dinge.“ Welches sind die wichtigen Dinge? Für die Theologin Ute Walch die Beziehung zu Gott. Kurt Lange, Ralf Schell und Gerhard Moritz schufen mit erfrischender Musik an Keyboard und Gitarre eine locker-heitere Atmosphäre. Ein üppiges und mehr als leckeres Frühstück tat ein Übriges zu einem gelungenen rundum Wohlfühl-Vormittag.

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