Was ist im Weinberg aktuell zu tun?

Für Landwirte gibt es zur aktuellen Jahreszeit im Freien nicht sehr viel zu tun. Ganz anders verhält es sich beim Winzer. Denn jetzt werden die Reben geschnitten. „Der Rebschnitt ist die klassische Arbeit des Winzers im Winter“, sagt Klaus Holzmüller. Der Rebschnitt gilt für Laien als eines der schwierigsten, weil  grundlegendsten Themen des Weinbaus. Wer sich nicht auskennt, kann hier viel falsch machen. 

Zum wiederholten Mal bietet darum die Volkshochschule im Landkreis Karlsruhe einen Kurs an unter dem Titel „Mit dem Winzer durch das Jahr“ und das erste Thema behandelt den richtigen Schnitt. „Denn der Schnitt legt jetzt schon die spätere Erziehung und den späteren Ertrag zugrunde“, erklärte Kursleiter Michael Kromer seinerzeit. Das Ziel des Rebschnitts sei, eine gesunde und langlebige Rebe zu erzielen, die Jahr für Jahr einen regelmäßigen Ertrag bringt. Die Rebe besteht aus Stock, Rute und Trieb. Geschnitten werde die Rute und zwar um den Rebstock nicht zu überlasten so, dass acht bis 14 Augen stehenbleiben, aus denen sich die Triebe entwickeln, die die Trauben – eine bis zwei pro Trieb - tragen. Klaus Holzmüller ist ein sehr erfahrener Winzer und unterscheidet beim Schnitt Rebsorten mit großen, schweren Trauben und lockerbeerigen leichten Sorten. Bei ersteren lässt er weniger Augen stehen als bei den leichten. Bis März sollte diese Arbeit beendet sein, denn dann steht das Anbinden an, aber derzeit erweist sich das Wetter als Problemfaktor. Der Winzer Gerd Siegrist besitzt einen Vorschneider. Mit diesem Zusatzgerät fahre er die Zeilen entlang und die Maschine schneide den obersten Draht frei. Damit seien pro Zeile 15 bis 20 Minuten einzusparen, was sich bei großen Flächen durchaus bemerkbar mache, ist zu hören. Aber die massiven Regenfälle haben den Grundwasserspiegel steigen lassen, es bildet sich Staunässe. „Grundsätzlich sind wir froh über die Bodenfeuchte“, sagt Siegrist, „aber mit dem Vorschneider kann ich jetzt nicht arbeiten, der Schlepper würde zu sehr einsinken.“ Auch allzu milde Temperaturen sehen die Winzer in dieser Jahreszeit nicht gern. Zu deutlich ist noch die Erinnerung an die Spätfröste im vergangenen Jahr. Das Frühjahr 2017 war viel zu warm, berichtete Gerd Siegrist damals. Die Reben hätten frühzeitig ausgetrieben – zu früh. Dann kam im April eine Nacht mit 4 bis 5 Grad Frost und die Schäden waren erheblich, bei seinen Reben und bei anderen. Auch die Obstbauern hatten ziemliche Einbußen zu verzeichnen. Das sollte sich möglichst nicht wiederholen. „Jetzt sollte das Wetter richtig kalt sein und dann ab Mitte März aufgehen“, wünschen sich die Winzer.

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