Edgar Müllers Werkstattschau

Ein geviertelter Baumstumpf mit einer auffallenden Maserung, mit Ästen und Rissen ist der Blickfang in Edgar Müllers Werkstatt, die er alljährlich im Frühjahr zu seiner „Werkstattschau“ öffnet. „Das ist eine Eibe aus Irland“, erklärt er. Eibe sei ein sehr langsam wachsendes Holz und weise daher eine außergewöhnliche Härte und Dichtigkeit auf. Diese Dichtigkeit macht Edgar Müller bei seinen Kunstwerken spürbar.

Mehrere Statuen aus Eiben, angedeutete Frauenkörper, behandelt er mit Schleifpapier in allerfeinster Körnung, bis es sich perfekt glatt anfühlt. Dasselbe macht er mit einem Stück Walnuss, aber das Holz der Walnuss sei offenporiger und dadurch rauer. Trotz derselben Behandlung sei nicht das gleiche Ergebnis zu erzielen. Es ist die Stärke des Künstlers, das Holz zu kennen. Als könne er hineinsehen, weiß er, welche Maserung er zu erwarten hat, wie lange er das Stück bearbeiten muss, um die Figur zu erzielen, die dem Stück innewohnt. Es ist nicht das Schaffen des Künstlers allein, es ist die perfekte Verbindung mit der Natur, die Müller diese Ergebnisse bringt. An diesem Wochenende teilte er sein Atelier mit einem Gast-Aussteller. Dieter Walde schafft Bilder. Da er aus einem technischen Beruf kommt, legt er auch seinen Bildern eine bestimmte Technik zugrunde. Ausgangspunkt sind oft Fotos, die er mit Schleifpapier und anderem bearbeitet und verändert. Spektakulär ist sein Birkenwald. Die Stämme und der Untergrund sind auf mehrere Plexiglasscheiben projiziert, die der Künstler übereinander legt und dadurch eine verblüffende Plastizität erreicht. Ältere Arbeiten setzen sich mit Sinnlichkeit auseinander. „Spiele mit der Farbe Rot“ entwickeln sich bei einigen Arbeiten zu ausdrucksvollen Darstellungen von Beziehungen zweier Menschen und zu abstrakten Körpern.

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