50. Frühjahrskonzert: ein grandioser Musikabend

Vom zartesten Pianissimo einer einzelnen Flöte bis zum Fortissimo des gesamten Blasorchesters einschließlich Schlagzeug war im 50. Frühjahrskonzert des Musikvereins Weingarten ein Highlight nach dem anderen zu hören. Für sein Jubiläumskonzert hatten die Musiker über ihre Lieblingstitel aus 50 Jahren abgestimmt und herausgekommen waren Meilensteine der Musikgeschichte. Das zwischen 60 und 70 Köpfe zählende Orchester eröffnete mit der Ouvertüre der Oper Nabucco aus dem Jahr 1842. Virtuosität, Dynamik und klangliche Vielfalt dieses wuchtigen Stücks gereichten ihm zu einer glänzenden Visitenkarte.

Sechs Stücke brachte das Blasorchester insgesamt zu Gehör, deren Unterschiedlichkeit lebendiger Beweis einerseits für die Vielseitigkeit und das große Können der Musiker war, andererseits aber auch beredtes Zeugnis von Spielfreude, Spaß und Motivation gab. Nicht umsonst sprach Dirigent Tobias Nessel von einem „wunderbaren Musikverein“. Meike König moderierte charmant und kenntnisreich das Programm. Das Stücke „Hootenany“, eine Zusammenstellung amerikanischer Folkstücke, erklärte sie, sei ein Lieblingswerk der Musiker und Standard bei den Sommerkonzerten. Für eine Erklärung von „Xenia Sarda“ habe sie den Komponisten Hardy Mertens angefragt und er habe ihr das Werk als eine Hommage an Natur, Küche und Lifestyle Sardiniens erklärt. Und genauso farbig und würzig empfanden es auch die Zuhörer. Highlights aus dem Film „The Rock“ und dem Hauptmotiv aus „Star Wars Saga“ verrieten Ausdrucksstärke und Gefühl par excellence und die berühmte „Gänsehaut“ war ausnahmsweise gerechtfertigt. Mit dem unverkennbaren dynamischen, dröhnenden Sound hob das Raumschiff ab, jede einzelne Szene der komplizierten Partitur wurde begeisternd ausgemalt. In „Zirkus Renz“ war es die Rasanz und Fingerfertigkeit des „Xylofon-Artisten“ Daniel Polenz, der als Jongleur der Töne an diesem Instrument Zirkusatmosphäre in die Walzbachhalle holte. „Gut. Sauber und exakt gespielt“, urteilte kein Geringerer als Fritz Hörter, Ehrenpräsident des Bundes Deutscher Blasmusikverbände, der lange Jahre selbst im Musikverein Weingarten aktiv war. Das hohe Lob galt den Leistungen des Jugendorchesters, das mit vier Stücken unter Leitung seines Dirigenten Daniel Polenz und der Dirigentin in Ausbildung, Nicole Knopf, vertreten war. Gelungene Nachwuchsarbeit betreibt der Verein durch die Integration der Jugendspieler in einem gemeinsamen Stück. „Hip to be square“ hieß das Stück, was so viel bedeutet wie „Es ist angesagt, ein Spießer zu sein“. Das Stück war sehr passend gewählt und eine Jazzeinlage solo geriet für den jungen Saxofonisten Hannes Knecht zu einer persönlichen Sternstunde.

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