Eric Bänziger bleibt Bürgermeister

Mit einem grandiosen Wahlsieg von nahezu 90 Prozent kann Bürgermeister Eric Bänziger in seine zweite Amtszeit starten.

Die Walzbachhalle füllte sich zügig und die Weingartner schauten gespannt auf die Leinwand als am Sonntag ab 18.30 Uhr die Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen eingespielt wurden. Aber spätestens mit dem Zwischenergebnis nach dem fünften Wahlbezirk war alles klar. Und lange bevor der Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses Gerhard Fritscher das amtliche Ergebnis verkündete, schüttelten die ersten Gratulanten ihrem neuen alten Bürgermeister die Hand. Strahlend und in gelöster Stimmung nahmen Eric Bänziger und Ehefrau Susanne das Ergebnis zur Kenntnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,46 Prozent.

Von 4.147 gültigen Stimmen entfielen auf seine Person 89,04 Prozent. „Danke für diesen sehr großen Vertrauensbeweis“ sagte er erfreut und bewegt. Auch seine Frau sah darin Lob und Anerkennung der bisherigen Arbeit ihres Mannes.

Das Ergebnis war allerdings nicht wirklich überraschend, was auch viele der Anwesenden bestätigten. Am Mittwochabend hatte vor mehr als 700 Zuhörern in der Walzbachhalle die Vorstellung der Kandidaten stattgefunden. Bänziger glänzte mit einem souveränen Auftritt. Er sprach von Bürgernähe, Ausgleich und Integration und hielt an seinem damaligen Wahlversprechen fest, ein Bürgermeister für alle zu sein. Nach einer kurzen Darstellung seiner Vita gab der 51jährige einen Abriss der aktuellen Aufgaben in den Bereichen Kinderbetreuung und Schule, Innenentwicklung und Infrastruktur. Es sei ihm ein Anliegen, die Bürger und die jeweiligen Anwohner der betreffenden Bauvorhaben mitzunehmen, wie es bisher in vielen Bürgerinformationsveranstaltungen geschehen sei. Er verschwieg nicht die hohen Kosten, die das alles verursache, verwies aber auf Fördermittel und die Erwirtschaftung von Abschreibungen. Er kündigte die Einführung einer „Bürger-App“ an und sprach von „Visionen“. Die obere Bahnhofstraße könne er sich als eine „Flaniermeile“ vorstellen. Sein Ziel sei es, dass man in Weingarten weiterhin gut leben könne. Ein Bürgermeister werde an seinen Lösungen gemessen, nicht an Bedenken. Dafür erhielt er starken Beifall.

Drei Kandidaten waren gegen ihn angetreten, aber keiner von ihnen konnte dem Amtsinhaber auch nur annähernd das Wasser reichen. Friedhild Miller aus Sindelfingen ist eine Dauerbewerberin bei zahlreichen Bürgermeisterwahlen. Sie war zur Vorstellungsrunde nicht erschienen und erhielt bei der Wahl ein Prozent. Henry Östreicher war angetreten mit der Begründung, dass auch ein echter Weingartner kandidieren sollte. Er legte den Schwerpunkt seiner Rede im Gegensatz zu Bänzigers „Visionen“ auf eine konsequente Sparpolitik und vertrat eher konservative Ansichten. In der an die Sachvorträge anschließenden Fragerunde musste er verschiedentlich passen. Bei der Abstimmung erhielt Östreicher 5,77 Prozent.

Der dritte Kandidat, Michael Brück, vertrat die Partei „Die Rechte“. Der Dortmunder präsentierte sich als Protest-Kandidat, den alle die wählen könnten, denen die „Konsenspolitik“ des Amtsinhabers missfalle. Viele äußerten bereits an diesem Abend ihren Unmut über diesen Kandidaten, verließen den Raum oder drehten ihm den Rücken zu. Im Endergebnis erhielt er 2,3 Prozent.

Viele der Anwesenden zeigten sich darüber und über das Wahlergebnis hoch zufrieden und sehr erleichtert. Sie sprachen von „verdient gewonnen“, „vernünftige Weingartner, die nicht rechts wählen“ und „guter Arbeit“ Bänzigers. Mit ihrer Stimme haben die Weingartner den bisherigen Kurs ihres Bürgermeisters deutlich befürwortet und ihm für die kommende Amtszeit ordentlich den Rücken gestärkt.

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