Ein Bürgermeisterbaum für Eric Bänziger

Weingartens Bürgermeister Eric Bänziger hatte allen Grund zur Freude. Er war mit einer überdurchschnittlich hohen Wahlbeteiligung und einem herausragenden Ergebnis im Amt bestätigt worden und Gäste aus den Vereinen und den Nachbargemeinden hatten ihm ein gebührendes Fest bereitet. In einer kurzen öffentlichen Gemeinderatssitzung wurde er von seinem ersten Stellvertreter, Gerhard Fritscher, verpflichtet. Die hohe Stimmenzahl bedeute einen großen Vertrauensvorschuss und gebe ihm eine sehr gute Basis für die künftige Arbeit, sagte Fritscher zu Bänziger, zu deren Umsetzung er dennoch die Unterstützung des Gemeinderates und das Wohlwollen der Bürger brauche. Mit der Abnahme der Verpflichtungsformel und der Überreichung der Urkunde war der offizielle Akt vollzogen.

Anschließend versammelten sich die Gäste im Hof des Rathauses, um an dem schönen Brauch eines Bürgermeisterbaums teilzunehmen. Der Musikverein ließ einen Konzertmarsch erklingen und dann waren die kräftigen Männer vom Bauhof zur Stelle. Mit Stangen und Seilen schoben sie eine prachtvolle Birke in die Senkrechte und der Schützenverein feuerte drei Salutschüsse ab. Landrat Christoph Schnaudigel eröffnete den Reigen der Grußworte. Er beglückwünschte Bänziger zu seiner überzeugenden Wiederwahl und die Weingartner Bürger für ihr demokratisches Bewusstsein. Bänziger habe sich „dieses Ergebnis redlich verdient“. Die gute Zusammenarbeit zwischen Weingarten und dem Landkreis machte er an drei herausragenden Beispielen fest: Flüchtlinge, Breitband und ÖPNV. Der Sprecher der Bürgermeister im Landkreis, Thomas Nowitzki aus Oberderdingen, zitierte das Bibelwort „Suchet der Stadt Bestes“. Es sei als Aufforderung für nicht nachlassendes Engagement zu betrachten, denn „je kleiner der Ort, desto größer das Vertrauen der Menschen in ihren Bürgermeister“. Danach gaben die Sprecher der Fraktionen im Gemeinderat ihrem Vorsitzenden gute Worte mit auf den Weg in die zweite Amtszeit: Andrea Friebel (CDU) wünschte ihm „eine glückliche Hand, viele unterschiedliche Interessen zu verbinden“. Timo Martin (WBB) warf einen Seitenblick auf die Mitkandidaten und bezeugte Bänziger „Respekt, die Bürde dieses Amtes acht Jahre weiterzutragen“. Er wünschte Bänziger „Gespür und Sensibilität für Neues“. Rüdiger Kinsch (SPD) blieb im Bild des Reiters und rief ihm zu: „Haben Sie den Mut, Hürden zu überspringen.“ Jürgen Holderer (Grüne) wünschte „alles Gute und weiterhin eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“ und Klaus Holzmüller (FDP) erinnerte an Bänzigers eigene Aussage, „die Grausamkeiten kommen in der zweiten Amtszeit“. Er wünschte „ein gutes Händchen für die richtigen Entscheidungen“. Bänziger selbst sprach von „Demut“, die das Amt erfordere. Er habe eine Agenda 2030, er werde neue Weichen stellen, neue große Aufgaben gelte es anzugehen. Selbstverständlich gehe das nicht ohne einen starken Gemeinderat und er freue sich über eine zuverlässige Verwaltung. Er freue sich über viele positive Bekundungen aus der Bevölkerung und sei froh, „in Weingarten angekommen zu sein“.

Zurück