Feuerwehr-Unterkreis in Weingarten

Abschlussprüfung des Grundlehrgangs

Zur Abschlussprüfung eines mehrwöchigen Grundlehrgangs trafen sich 20 angehende Feuerwehrmänner und –frauen aus den Feuerwehren des Unterkreises Pfinztal-Weingarten, dem außer den beiden Gemeinden noch die Gemeinde Walzbachtal angehört, am vergangenen Samstag am Weingartner Feuerwehrhaus. Leiter des Lehrgangs war Unterkreisführer Christian Bauer. „Einige kommen aus der Jugendfeuerwehr und andere sind Quereinsteiger“, erklärte Dr. Christian Adam, stellvertretender Kommandant der Weingartner Wehr und Mitglied der Prüfungskommission. „Aber alle haben den gleichen Leistungsstand und sind am Anfang ihrer Ausbildung‘. Wer heute Nachmittag hier bestanden hat und 18 Jahre alt ist, kann sofort zum Einsatz fahren. Die Beförderung wird dann in der Wehrhauptversammlung ausgesprochen.“ Inhalte des Lehrgangs sind die grundsätzlichen handwerklichen und feuerwehrtechnischen Kenntnisse, die am Ende in einer Prüfung abgefragt werden. Ein Lehrgang „Grundausbildung“ dauere rund 80 Stunden, erklärte Adam, wobei 20 Stunden auf Erste Hilfe entfallen und 60 Stunden auf Brandbekämpfung und Technische Hilfeleistung. Spezielle Themen wie beispielsweise Maschinist, Atemschutz oder Sprechfunk werden dann in weiterführenden Lehrgängen erarbeitet.

 

Der Tag begann mit einer theoretischen Prüfung in Form von Auswahlfragen zum Ankreuzen und einigen offenen Fragen. Danach ging es zum praktischen Teil. Es gab vier Aufgaben-Stationen, die Teilnehmer aus den drei Gemeinden bildeten gemischte Gruppen und jede Gruppe hatte alle vier Aufgaben zu lösen. „Aber auch wenn die Aufgaben machbar sind und keine nennenswerte Durchfallquote besteht, ist die Sache durchaus ernst zu nehmen“, fügte er hinzu. „Denn schließlich geht es später darum, Menschen zu retten und die eigene Gesundheit dabei keinesfalls zu gefährden.“ Der Aspekt der eigenen Sicherheit sei wichtig und auch dazu müssten Kenntnisse erworben werden.

 

Die erste Station war ein Brandeinsatz am Walzbachbad. Die Annahme war ein brennendes Vordach am Hauptgebäude und es galt, ein Übergreifen der Flammen auf einen hölzernen Zaun am benachbarten Schwimmbad zu verhindern: Wasserentnahme aus dem Hydranten, Löschangriff und Riegelstellung lauteten die Stichworte dieses „einfachen Löschangriffs für Einsteiger“. Indessen begann die zweite Gruppe mit dem „Anstellen einer Leiter“. Auch wenn es für Laien merkwürdig klingt, dass eine Leiter anzustellen eine Prüfungsaufgabe ist, verdeutlichte das doch die hochprofessionelle Arbeitsweise der Feuerwehr. Denn der Umgang mit einer langen Aluleiter ist nicht ganz einfach und auch hier kam es auf die exakte Handhabung an. Wie bekomme ich eine am Boden liegende Leiter aus zwei Teilen in die Senkrechte, ohne dass sie unten wegrutscht und mir das andere Ende auf den Kopf fällt? Und in welchem Winkel muss ich sie anstellen, dass sie sicher steht? Die dritte Aufgabe bestand darin, eine unter der schweren Deichsel eines Anhängers eingeklemmte Person – natürlich einen Dummy - zu befreien. Das erforderliche Material stand bereit, die Situation war eindeutig. „Schaut es Euch an und überlegt Euch eine Strategie, wie Ihr vorgeht“, sagte der Prüfer an dieser Station. Wichtig sei ihm – nicht nur in dieser Übung - Teamgeist und Zusammenarbeit. Die vierte Station war eine Erste-Hilfe-Aufgabe. Eine Person hatte sich am Unterarm verletzt und ihr einen Druckverband anzulegen, war die fachgerechte Reaktion. „Er ist ganz blass“ gab Dr. Christian Adam den Prüflingen einen zusätzlichen Hinweis. Blässe bedeutet Schock, also war die richtige Reaktion, den Patienten flach auf den Rücken zu legen und die Beine hochzulegen. Mit der Abschlussbesprechung und der Übergabe der Urkunden war der Tag beendet.

 

Zurück