Traktorenfreunde aus Weingarten, Stutensee und Obergrombach fuhren durch die Weinberge

Geschicklichkeitsfahrt mit dem Traktor

Am Sonntagmorgen war auf dem Katzenberg ein eindeutiges Geräusch zu hören: Das Tuckern von Traktoren. Mehr als 30 Traktorfahrer hatten sich mit ihren Maschinen getroffen, um eine Geschicklichkeitsfahrt in den Weinbergen zu unternehmen. Initiator und Ideengeber war der Weingartner Traktorfreund Erich Ries. Er und seine Frau Annette hatten die komplette Organisation von der Einladung bis zur Verpflegung der Gäste übernommen. Die Firma Holzbau Fabry trat als Sponsor auf und die Familie Hansjörg Schwaiger stellte ihr Grundstück für die Sonderprüfung „Wippe“ zur Verfügung. Vom Parkplatz beim Friedhof ging es los und hintereinander tuckerten die unterschiedlichsten Traktoren das „Köpfle“ hinauf. „Steile Anfahrt, enge Kurven und schmale Straßen“ lauteten die Bedingungen Der lange Anstieg parallel zum Katzenbergweg wurde am oberen Ende richtig steil und zog zugleich eine nahezu rechtwinklige Kurve, in deren Scheitelpunkt der Waldweg zur August-Russel-Hütte abzweigte. „Dieser erste Anstieg war das schwierigste“, meinte Bodo Jung aus Staffort, „als das geschafft war, fuhren wir oben am Kamm entlang und hatten einen herrlichen Ausblick in die Landschaft“. Natürlich ging es auch abwärts, dann war Bremsen angesagt. „Man muss den Gang abschätzen können“, meinte sein Vereinskollege Hartmut Hauth dazu.

Mit modernen Traktoren sei Schalten am Hang kein Problem, aber bei dieser Fahrt seien auch etliche Oldtimer unterwegs, die noch mit Zwischengas fahren, da sei es schon kniffliger. „Kupplung treten, Gang rausnehmen, Zwischengas geben, Kupplung und den nächst niedrigen Gang nehmen“, erklärt er den Vorgang. „Dann lieber von vornherein etwas langsamer bleiben und gar nicht schalten“, sagte ein Dritter. Während sie so fachsimpelten, rollte Fahrzeug um Fahrzeug in den Hof der Familie Schwaiger im Sallenbusch. Gerd Gräber hatte es übernommen, die zahlreichen Zuschauer über Einzelheiten wie Fabrikat, Baujahr, Motorstärke und ähnliches zu informieren. Fast alle Marken seien vertreten: Lanz, John Deere, Krieger, Case, Mc Cormick, etliche Deutz und andere. Die älteste Maschine sei ein Deutz aus dem Jahr 1951, Eicher und Kramer seien ebenfalls alte Marken aus den 50er Jahren. In der Traktorszene entwickle sich allmählich so etwas Ähnliches wie die Eisenbahnromantik. Der Traktor solle nicht nur als Arbeitsgerät gesehen werden, sondern in seinem historischen Kontext. Er könne auch zur Freizeit eingesetzt werden und eine Traktorfahrt sei ein einzigartiges Naturerlebnis. Das bestätigten auch Doris Presler und Gabriele Höfele, die „außer Konkurrenz“ mit einem Anhänger voller Kinder gekommen waren. Nun kam die Sonderaufgabe: Ries hatte aus zwei an der Unterseite abgerundeten Balken eine Wippe konstruiert. Wer schaffte es, sein Gefährt auf diese Balken zu steuern, so langsam und gefühlvoll, zentimeterweise, dass die Wippe in die Waagrechte kam und diese Position mindestens eine Sekunde lang gehalten wurde? Mit Spannung verfolgten die Zuschauer die ersten Versuche dieser skurrilen Aktion. Dann verriet Gräber einen Tipp: Der Fahrer könne den letzten Zentimeter zur Waagrechten noch durch Verlagerung seines Körpergewichts beeinflussen. Wie ein Jockey.

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