Die 35. Ausgabe der „Weingartener Heimatblätter“ ist erhältlich

Ein breites Spektrum interessanter Artikel

Die 35. Ausgabe der „Weingartener Heimatblätter“ beinhaltet wieder ein breites Spektrum heimatkundlicher Themen. Einmal mehr ist es dem engagierten Redaktionsteam mit Klaus Geggus, Hubert Daul, Roland Felleisen, Robert Hill und Anton Machauer gelungen, eine ansprechende Broschüre mit einer Reihe interessanter Artikel über aktuelle und historische Ereignisse und Personen zu gestalten.

Im Rahmen der historischen Beiträge geht Roland Bergmeier in seinem fundierten Bericht den Spuren der „Herren von Schmalenstein“ nach. Sie finden sich vom 13. bis zum 15 Jahrhundert an unterschiedlichen Orten wie in Schratz in Niederbayern, in Straubenhardt im Oberamt Neuenbürg, in Weingarten und im Gebiet von Windstein im Elsass. Die Weingartener Schmalensteiner zählten zum niederen, aber lehensfähig gewordenen Adel und bezeichneten sich daher als Edelknechte oder Ritter.

 

 

Hubert Daul erläutert die Geschichte des Deutschen Ordens in Weingarten, der auf dem Gelände des heutigen evangelischen Pfarrhauses über viele Jahrhunderte eine „Kommende“ (Niederlassung) hatte. Nach alten Urkunden bestand der Pfleghof vom 13. Jahrhundert bis zur Auflösung des Ordens durch Napoleon im Jahr 1809. Er wurde dann zunächst von der Großherzoglichen Badischen Domänenverwaltung zum Pfarrhaus für die Reformierten und ab 1821 für die Evangelischen bestimmt. Die Liegenschaften des Ordens wurden 1813 den Weingartenern „Friedrich Graßer und Consorten“ als Erblehen übergeben. An den Deutschritterorden erinnert heute noch der prächtige Wappenstein am evangelischen Pfarrhaus.

 

Marianne Lother erinnert mit ihrem Artikel über die so genannten Hungermünzen an die Hungersnot vor 200 Jahren, die eine Sonnenfinsternis durch einen Vulkanausbruch in Indonesien und ein Jahrhundertorkan 1816 verursacht hat. Aus ihrer Feder stammt auch der Beitrag über die beliebte ehemalige Dorfwirtschaft „Deutscher Kaiser“ in der Durlacher Straße. Ebenfalls mit „Wirtschaftgeschichte“ befasst sich Klaus Geggus in seinem Beitrag über die „Goldene Krone“ als Weingartens ältestes Gasthaus aus dem Jahr 1595, das bis 1862 das Lokal der Müller- und Bäckerzunft war. Verfasser des Artikels über das Geburtshaus von Prälat Karl Nikolaus in der Bruchsaler Straße ist Robert A. Hill, der bei seinen Recherchen von Franz Nikolaus und Ordensschwester Theresia-Benedicta unterstützt wurde.

 

Zwei Aktionen des Bürger- und Heimatvereins zum „Tag des offenen Denkmals 2016“ beschreibt Roland Felleisen: Unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ stand der historische Wartturm aus dem Jahr 1589 auf dem Turmberg mit seinen Exponaten aus Haus, Hof und Gewerbe im Mittelpunkt. Als weitere Attraktion insbesondere für die Kinder wurde die Maisentkernung und Popcorn-Herstellung demonstriert.

 

Der zweite Beitrag des Vereins wurde durch die Initiative von Richard Krumes unterstützt, der sein Anwesen in der Kirchstraße 31 für die Besucher öffnete. In dem stattlichen ehemaligen Bauernhaus aus dem Jahr 1773 war auf Aufforderung der Großherzoglich Badischen Regierung die erste Apotheke Weingartens als Filiale der Durlacher Apotheker Dürck und Wolf eingerichtet worden.

 

Ein besonderer Höhepunkt war im vergangenen Jahr die Herausgabe der neuen Broschüre „Weingartener Moor, Ungeheuerklamm und Naturdenkmale auf Gemarkung Weingarten“ von Klaus Geggus und Hubert Daul. Sie wurde im Rathaus offiziell vorgestellt und ergänzt die umfangreiche Schriftenreihe des Vereins. Im Fokus der umfassenden Gesamtschau der Schrift stehen die Natur und ihr Schutz auf Gemarkung Weingarten. Sie will alle Interessierten für die heimische Natur begeistern und zu Wissenden machen. In Ergänzung zu dieser Publikation erinnern Klaus Geggus und Marianne Lother an die 1977 gestartete Krötenrettungsaktion. Dafür wurde die „Aktionsgemeinschaft zum Schutze der Amphibienwanderwege Weingarten“ 1978 vom Land als „Vorbildliche Kommunale Bürgeraktion“ ausgezeichnet.

 

Anton Machauer würdigt den Einsatz von Helmut Seidel anlässlich dessen 80. Geburtstags für die Vereine und insbesondere für die SOS Kinderdörfer. Im vergangenen Jahr hat Roland Felleisen nach 16 Jahren sein Amt als Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins an Wolfgang Wehowsky weiter gegeben, wie Marianne Lother berichtet. Für seine Verdienste um den Verein und um die Allgemeinheit hat ihm Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen, die ihm Bürgermeister Eric Bänziger überreichte.

 

Nachrufe auf die 2017 verstorbenen verdienten Mitglieder Ruth Aich, Ingrid Husen und Karl-Heinz Hentschel sowie die Dokumentation der Vereinsarbeit im vergangenen Jahr runden die Heimatblätter 2018 ab. Die „Weingartener Heimatblätter“ sind zum Preis von 4,50 Euro beim „Bücherwurm“ und bei Schreibwaren Holderer sowie im Heimatmuseum erhältlich.  -rof-

 

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