Sitzung des Abwasserverbands „Am Walzbach“ (26.07.2018)

Bericht der Weber-Ingenieure
Die Kläranlage des Abwasserverbands „Am Walzbach“ zeige durchweg eine zufriedenstellende Leistung, berichtete Mario Bitsch, Mitarbeiter bei den Weber-Ingenieuren, in seinem Jahresbericht bei der jüngsten Verbandsversammlung. Die Jahresschmutzmenge sei im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Er führe das auf die sehr trockene Witterung im Sommer 2017 zurück und auf eine Fremdwasserreduzierung aufgrund der umfangreichen Kanalsanierungsmaßnahmen. Das Ziel, unter 45 Prozent Fremdwasseranteil zu kommen, wurde erreicht. Die Reinigungsleistung und Betriebsstabilität der Kläranlage seien gut. Die Anlage arbeite wirtschaftlich. Die Eliminationsleistungen für den Chemischen Sauerstoffbedarf, Stickstoff und Phosphor seien auf gleichbleibend hohem Niveau. Vereinzelt hohe CSB- und Nitrat- und Ammoniumstickstoffwerte hätten aufgrund der guten Reinigungsleistung keine negativen Auswirkungen auf die Ablaufwerte gehabt, seien aber weiterhin kritisch zu beobachten. Bemerkenswert sei der gegenüber dem Vorjahreswert deutlich gestiegene Energiebedarf, sowohl bezogen auf die geringere Abwassermenge als auch auf die Schmutzfracht. Eine Erklärung dafür sah Bitsch in der trocken-heißen Witterung, bei der Bakterien mehr Sauerstoff benötigten, dessen Erzeugung Strom koste.

Defekte Belüfter werden ausgetauscht
In diesem Zusammenhang habe er defekte Belüfter festgestellt, die ausgetauscht werden müssten. Des hohen Zeitaufwands wegen empfehle er die Vergabe an eine Firma. Ebenso seien die Schmutzwasserschnecken zu sanieren bzw. sukzessive auszutauschen. Betriebsleiter Harald Schumacher bestätigte, das Material habe er bereits da, aber im laufenden Betrieb fehle es an „Manpower“, diese Reparatur zu vollziehen.

Gemeinsamer Abwasserbetrieb
In einem Gespräch zwischen den beiden Bürgermeistern und dem Ingenieurbüro BIT Consult wurde die bisherige Aufteilung der Finanz- und Betriebskostenumlage beleuchtet und als sehr komplexes Thema gesehen. Die Unterschiede in der Abwasserkonzeption der beiden Gemeinden sind einerseits in dem über Jahrzehnte individuell gewachsenen Kanalnetz und andererseits in der sehr unterschiedlichen topologischen Lage begründet. So ist ein Trennsystem in Walzbachtal weniger effizient wie in Weingarten, wo das Regenwasser über Gräben abgeleitet werden kann. Da aber durch die gemeinsame Kläranlage hohe Synergien erzielt werden und die beiden Gemeinden durch die Vielzahl der Regenbehandlungsbauwerke miteinander verflochten sind, wäre ein Gemeinsamer Abwasserbetrieb mit einheitlichen Abwassergebühren zielführend. Die Versammlung beschloss einstimmig, der Verbandsvorsitzende solle ein Fachbüro mit der Ausarbeitung eines solchen Szenarios beauftragen.

Sanierung des Hebewerks am Bahnhof
Das Hebewerk am Bahnhof Weingarten weist nach den Ermittlungen der Weber-Ingenieure erheblichen Sanierungsbedarf auf. Die Trockenwetterschnecke sei defekt. Um die Arbeit dennoch aufrechtzuerhalten, berichtete Betriebsleiter Harald Schumacher, seien zwei Tauchmotorpumpen im Einsatz. Aber das Hebewerk sei elektrotechnisch veraltet und es seien keine Ersatzteile mehr zu bekommen. Ziel der Sanierung sei, fuhr Bitsch fort, die Betriebssicherheit zu erhöhen, die abgewirtschafteten Anlagenteile zu ersetzen, die Förderleistung des Hebewerks zu erhöhen und den Energieverbrauch zu senken. Dazu hat die Versammlung nach erfolgter Ausschreibung die Gewerke Roh- und Tiefbauarbeiten, maschinentechnische Ausrüstung und elektrotechnische Ausrüstung einstimmig an den jeweils günstigsten Bieter vergeben. Die Gesamtkosten für diese Vergaben belaufen sich auf gut 480.000 Euro.  Insgesamt sind für die Erneuerung des Hebewerks in Zusammenhang mit der Regenwasserkonzeption 2,5 Millionen vorgesehen, verteilt auf die Jahre 2017 bis 2019.

Erstattung an die Gemeinden
Den Jahresabschluss 2017 stellte Verbandsrechner Norbert Bittner dem Gremium vor. Im Vermögensplan 2017 war eine Investition in den Umbau des Hebewerks am Bahnhof vorgesehen. Das Vorhaben wurde verschoben, damit ergab sich zum Jahresende ein Deckungsmittelüberschuss. Nach Abzug der vorläufigen Umlagen ergibt sich eine Gesamtumlage-Erstattung in Höhe von rund 384.500 Euro, die auf beide Gemeinden aufgeteilt wird.

Zu dem gestiegenen Energieverbrauch sagte Bittner, dass trotz über 50.000 kWh Mehrverbrauch die Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 40.000 Euro geringer ausfielen. Hierzu sagte Bürgermeister Eric Bänziger, erstens habe man einen guten Tarif verhandelt und zweitens sei eine Kläranlage ein zuverlässiger Abnehmer.

Verabschiedung von Norbert Bittner
Nach 14jähriger Tätigkeit als Verbandsrechner des Abwasserzweckverbands „Am Walzbach“ tritt Norbert Bittner zum 01. Dezember in den Ruhestand. Er scheidet damit als Ehrenbeamter des Abwasserzweckverbandes aus und wurde von Bürgermeister Eric Bänziger offiziell verabschiedet. Seine Nachfolgerin wird die Leiterin der Finanzverwaltung der Gemeinde Weingarten, Maral Saraie.

 

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