Das Natursaftmobil war da - „Gutes Gemüse“ engagierte Hilfe bei der Apfelverwertung

„Ich habe einen uralten Apfelbaum, der macht mich fertig“, lacht der Weingartner Daniel Habich. So wie ihm geht es in diesem Jahr vielen Baumbesitzern offensichtlich ähnlich. Darum war es vom Verein „Gutes Gemüse“ eine gute Idee, am Samstag das „Natursaftmobil aus dem Schwarzwald“ einzuladen, damit jeder, der nicht mehr wusste wohin mit seinen Früchten, sich Most oder Saft pressen lassen konnte. Ab neun Uhr bildete sich allmählich eine lange Schlange. Körbe, Säcke, Anhänger voller Äpfel wurden angeliefert. „Vor zwei Jahren hatten wir die Aktion schon einmal, da hatten wir Mühe, überhaupt die Mindestmenge zusammenzubringen“, erklärte der Vorsitzende von „Gutes Gemüse“, Klaus Stirn. „Das ist dieses Jahr überhaupt kein Problem“. Im Gegenteil, der Ansturm war groß. Insgesamt 26 Anmeldungen habe er, berichtete Stirn. Die Anmeldungen erhielten eine Nummer. „50 Kilo dauern rund zwei Minuten zu pressen, aber gut zehn Minuten zu erhitzen“, gab Martin Schiller Auskunft, der mit seiner Frau zusammen das Natursaftmobil betreibt. Dennoch ist eine Einschätzung, wie viel Zeit beispielsweise ein Anhänger voll Äpfel braucht, über deren Menge es nur Schätzungen gibt, kaum möglich. „Darüber müssen wir erst Erfahrungen sammeln“, gab Stirn offen zu.  Körbeweise schütteten die Apfelbesitzer ihre Ware auf das Förderband. 

 

Die Äpfel laufen in die Maschine, werden dort gewaschen und mittels einer Schnecke in die Rätzmühle befördert. Besonders geeignet sei hartes Obst, weiche Birnen beispielsweise gehen nicht, sie verkleben die Mühle. Die Maische kommt in die Presse, der Trester fällt als trockene, dicke Platten aus. Ihn will „Gutes Gemüse“ auf dem Acker ausbringen, er könne aber auch dem Förster als Beifutter gegeben werden. Ist der Pressvorgang fertig, könne der Kunde entscheiden, ob er kalten Most wolle, oder den Saft durch vorsichtiges Erhitzen haltbar machen wolle, erklärte Schiller. Das Unternehmen aus Enzklösterle fährt jeden Tag einen anderen Presstermin an. Sie arbeiten bei Gemeinden, Vereinen, Landwirten, überall dort, wo es keine festen Mostereien mehr gibt, denn mit denen wollen sie nicht in Konkurrenz treten. Das Einzugsgebiet ist die Region Nordschwarzwald, Rheintal und Neckartal. Auch der Elternbeirat des Kindergartens „Waldbrücke“ gab Äpfel ab. „Die Kinder haben die Äpfel auf dem Grundstück des Kindergartens zusammengelesen und wir bringen ihnen den Saft zurück“, erklärte Daniel Neuberth. Jeder Kunde bekommt den Saft aus garantiert seinen eigenen Äpfeln. 100 Kilogramm Äpfel ergeben durchschnittlich 70 Liter Saft. Über eine Leitung wird er in Fünf-Liter-Kunststoffbeutel gefüllt und in Boxen gepackt. Fünf Liter Saft aus eigenem Obst kosten 6,50 €. „Besser geht’s doch nicht“, war Daniel Haibach zufrieden. „Eigenes Obst, man weiß wo es herkommt, hat sonst keine Verwendung dafür, zahlt einen geringen Preis und erhält absolut naturreinen Saft dafür“.

 

 

 

Auch der Kindergarten Waldbrücke hatte eifrig Äpfel gesammelt, die die Eltern zum Pressen brachten und dem Kindergarten als Saft zurückgeben

 

 

 

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