Sonnenlicht im Morgentau - Frank und Leslie Thomé begeisterten mit Schlagwerk und Querflöte

Frank Thomé ist ein Karlsruher Musiker, Leiter des Schlagzeugensembles des Badischen Koservatoriums unter dem Namen „BadenBackBeat“ und trat zusammen mit seiner Frau, der Querflötistin Leslie Thomé, im „Kleinen Konzert“ in der Evangelischen Kirche auf. „Sonnenlicht im Morgentau“ war das Konzert überschrieben und hatte die achtsame Wahrnehmung der Natur zum Inhalt. Eberhard Blauth las die passenden Texte. Freude an den kleinsten Dingen der Natur, der Wunsch sie zu schützen und zu achten und der daraus erwachsende Respekt vor der Größe des Schöpfers waren die wesentlichen Inhalte. Bettina von Arnim, Schriftstellerin der Romantik, stellte in ihr Essay „mit der Sprache der Dinge die Seele berühren“ das Küssen in den Mittelpunkt, denn „Küssen ist die Form, den Geist in uns aufzunehmen“. Rabindranath Tagore will „die Natur schauen, schmecken und mein Leben über die Erde gießen“. Eindeutig wird die Beziehung zwischen Musik, Natur und religiöser Empfindung in einer Erzählung Albert Schweitzers, der als Junge auf Vögel schießen wollte und in diesem Moment durch den Klang der Kirchenglocken davon abgehalten wurde. Leslie Thomé hat ein Diplom als Rundfunkmusikjournalistin an der Musikhochschule Karlsruhe erworben und arbeitet im „Klangfächer“ mit. Ihr Spiel auf der Querflöte war sehr ausdrucksvoll, die Stücke - passend zu den Farben des Herbstes - eher melancholisch und einzigartig harmonisch zu den Marimbaklängen ihres Mannes.

Den Einklang der indianischen Urvölker mit der Natur thematisierte Rudolf Kaiser im „Indianischen Sonnensang“: „Fürchte Dich nicht vor den Begegnungen mit Mutter Erde“ und Frank Thomé interpretierte eine Indianische Passion mit Marimba und Tamburin. Der beseelte Flieger Antoine de Saint-Exupéry kam noch mit einer Grenzerfahrung von Unendlichkeit und Erinnerung zu Wort und ein Arrangement von Henry Purcell war die Antwort. Faszinierender  Höhepunkt und Schluss des Konzerts war Thomés Improvisation mit Klängen aus der Natur. Der einfache Titel verbarg eine höchst originelle und ebenso anspruchsvolle wie empfindsame Klangerzeugung in Perfektion. Wuchtige Schläge auf ein Trommelfell, Klappern das nach Klapperschlange klang, das Pfeifen des Windes oder das Rauschen von Blättern waren Elemente, die das Publikum begeisterten.

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