Spechtbäume – Höhlenbäume

Höhlenbäume liegen uns besonders am Herzen, nicht nur die Spechte als „Erbauer“ sondern viele Nachmieter wie: Fledermäuse, Kohlmeisen, Blaumeisen, Tannenmeise, Kleiber, unzählige Insekten und in Großhöhlen auch Hohltaube, Eule und Käuze usw. kommen darin vor.

Diese besonderen Bäume erhalten im Gemeindewald Weingarten ein "S" für Spechtbaum und sind besonders geschützt. Diese Bäume sind nicht nur in einer Ecke des Gemeindewaldes geschützt sondern bewusst über die gesamte Waldfläche verteilt. Vor allem Insekten (Hirschkäfer, Heldbock...) können keine weite Strecken zurücklegen, deshalb haben wir uns frühzeitig über die Vernetzung dieser einzelnen Biotope Gedanken gemacht.

Leider durchziehen viele Strassen, Bahnlinien und Schneisen den Gemeindewald Weingarten, hier gilt die Verkehrssicherungspflicht als erstes Gebot und es können keine Dürren oder dürr werdenden Bäume akzeptiert werden. Die aber so gefällten Bäume bleiben für den Naturschutz liegen und geben vielen Arten weiterhin eine Heimat.

Siehe auch Rubrik "Totholz als Heimat vieler Arten"

Anbei ein paar Bilder zu Bäumen mit Großhöhlen. Da diese nicht sehr häufig zu finden sind, ist der Schutz eines solchen Höhlenbaums umso wichtiger. Großhöhlen sind besonders für Fledermauskolonien aber auch für größere Vögel wie Käuze ,Eulen und Hohltauben wichtig!

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Auch Bäume mit Spalten und Ritzen sind wichtige Habitate für unzählige Tierarten

Großhöhle-spaltenform

 

Durch Ausbringung von Großhöhlen(Nisthilfen) unterstützen wir vorhandene Populationen unserer Waldkäuze und Waldohreulen. Diese Höhlen werden in einer Höhe von 6 bis 10 Metern angebracht.

Nisthilfe Großhöhle3

 


Hier wohne ich vorübergehend (Siebenschläfer)

In Bereichen mit weniger alten und dicken Bäumen kommen auch weniger Höhlen vor. Hier ist es sinnvoll Nistkästen meist entlang von Wegen anzubringen. Diese werden nicht nur von Vögeln und Fledermäusen angenommen sondern auch von Insekten wie Hornissen, Wespen oder wie oben auf dem Bild zu sehen von einem Siebenschläfer.

Die früher runden kleineren Formen der Nistkästen wurden durch die Großraumnisthöhlen ersetzt. Kommen die Elternvögel mit nassem Federkleid an so können sie in diesen Höhlen im inneren vor dem Nest sitzen und nicht auf den Jungen. Auch Räuber wie der Marder, haben es nicht so leicht aus den tieferen Nistkästen mit Ihren Pranken einen Jungvogel heraus zu ziehen.

Übrigens werden Nistkästen die nur aus Holz gefertigt sind im Wald oft vom Specht aufgeschlagen, der die Jungvögel an seinen Nachwuchs verfüttert. Deshalb sind unsere Nistkästen aus Holzbeton (ein Gemisch aus Sägemehl und Beton) gefertigt.

Eine Bitte: Öffnen sie niemals die Nistkästen, es ist sehr wahrscheinlich das die Elternvögel diese Behausung als nicht mehr sicher ansehen und Ihre Jungen verhungern lassen um wo anders möglichst eine weitere Brut anzulegen. Die Nistkästen werden erst Ende September gereinigt damit keine Parasiten im Nestmaterial überwintern.

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