Durch den Weingartner Gemeindewald laufen über 50 Kilometer Auto- und Lkw befahrbare Fahrwege.

Diese Wege dienen Hauptsächlich der Erschließung der Waldbestände um überhaupt an den Rohstoff Holz zu kommen. Damit sind sie ein wichtiges Bindeglied zwischen Forst- und Holzwirtschaft. Denn eine Abfuhr dieses wichtigen Rohstoffes in die weiterverarbeitende Industrie ist ohne Lkw und die dazu passenden Straßen im Wald nicht möglich.

Um die starke Belastung durch den Schwerlastverkehr zu tragen, muss der Fahrweg eine Tragschicht aus grobem Steingut aufweißen. Feineres Material würde in den Boden gedrückt werden.

Über diese Tragschicht kommt dann eine Deckschicht (Verschleißschicht) aus feinerem Material(meist bis 30mm Durchmesser) die dann durch Wegebaumaschinen wie dem „Grader“ leichter in Form zu bringen ist.

Auch für die Erholung der Waldbesucher sind die Wege im Wald von großer Bedeutung.

Aus diesem Grund werden viel begangene Waldstraßen mit feinerem Schotter(bis 20mm) überzogen. Es ist verständlicherweise nicht möglich alle Fahrwege die durch den Weingartner Wald verlaufen mit diesem feineren und deutlich teurerem Material zu „überzuckern“.

Im Forstrevier Weingarten werden im Durchschnitt jährlich 15.000,-€ für die Wegunterhaltung ausgegeben. Auch diese Ausgaben müssen über den Holzverkauf finanziert werden.

Anbei einige Bilder zur Wegeinstandhaltung.

Vertiefungen(Verdrückungen) entlang Fahrwege aufgrund starken Regenfällen und Befahrung mit schweren

Maschinen(Holzabfuhr mit Lkw)

Verdrückung

 

Abkippen von grobem Material im Kurvenbereich, hier findet die meiste Belastung durch schwere Maschinen statt.

LKW Abkippen

Wegebau - Tragschicht - Grobschotter

 

 

Grobes Material für die Tragschicht.

Wegebau - Grobschotter2

 

Anlieferung (Einstreuen) von grobem Schotter mit Lkw.

Hier im Distrikt Waldersteig Abteilung „Schinderkraut“.

Schotterlieferung Schinderkraut


Der Grader (Wegebaumaschine)

Grader1

Der Grader ist eine Wegebaumaschine die das Profil der Waldwege wieder hertellt. Sie hat ein unterhalb der Maschine angebrachtes Planierschild das in alle Richtungen gekippt werden kann.

Das Profil des Weges ist ausschlaggebend wie schnell das Wasser vom Fahrweg abfließt.

Im Bergwald werden die Wege meist so angelegt, dass diese leicht nach außen kippen. In der Ebene ist dies schwieriger, hier wird versucht den höchsten Punkt des Weges in die Mitte zu legen und dem Wasser ein seitliches Abfließen zu ermöglichen

Verteilen von neu aufgebrachtem Material

Grader2



Auch in Bereichen wo kein Holz gerückt oder abgefahren wird muss alle paar Jahre der Weg abgeschoben werden. Jedes Jahr fallen Tonnen von Biomasse (Blätter, Pollen, Ästchen) auf die Fahrwege. Mit der Zeit bildet sich so eine schmierige Schicht die alle paar Jahre durch den "Grader" abgeschoben wird.

Hier sehen Sie einen Fahrweg nach einem solchen Gradereinsatz

Waldweg nach Gradereinsatz


Wird über einen längeren Zeitraum die Wegeinstandsetzung vernachlässigt,

werden diese Bereiche sehr schnell von der Natur zurückerobert

Wegebau vor1

 

Wegebau vor2


Die Mulcharbeiten (Mäharbeiten) beschränken sich Hauptsächlich auf viel begangene Erholungswege.

Aus Gründen des Naturschutzes werden viele Wegränder erst ab Juli/August gemulcht. Es befinden sich in diesen besonnten Bereichen viele wichtige Pflanzen für die Tier- und Insektenwelt.

Mulcharbeiten

 

An südlichen Waldinnerändern führen wir meist eine sogenannte Staffelmahd durch. Es wird zum Teil nur auf einer Seite gemulcht oder Teilbereiche bleiben stehen. Diese werden dann erst abgemäht wenn an den bearbeiteten Wegrändern wieder entsprechende Pflanzen nachgewachsen sind.
 
Schmetterling Habitat
 
Hier finden wir oft für Schmetterlinge wichtige Futterpflanzen(siehe Rubrik Naturschutz).
 
 

Damit das Niederschlagswasser schnell vom Weg in den Waldbestand geleitet werden kann, werden an steileren Fahrwegen sogenannte "Wasserabschläge" angelegt. So werden stärkere Wegebeschädigungen verhindert.

Wasserabschlag1


Für den Forstbetrieb sind die Fahrwege unverzichtbare Lagerorte für das Naturprodukt Holz. Nur so kann der Rundholztransporter diesen wichtigen Rohstoff zur weiteren Verarbeitung abtransportieren.Lagerung Holz entlang Fahrweg1

Lagerung Holz entlang Fahrweg2

 

Leider werden aber in milden und regenreichen Wintern (wie z.B. 2013/2014) die Fahrwege besonders stark in Mitleidenschaft gezogen. Hier werden Holzrückemaschinen eingesetzt, die um die Wege im Wald (Maschinenwege) nicht stärker zu verdrücken, Bänder auf Ihre Räder gezogen haben. Diese Bänder bringen aber sehr viel Dreck mit auf die Fahrwege und entleeren sich dort.

Leider kann auch nicht immer auf Frost und trockenes Wetter gewartet werden. Der Forstbetieb ist oft unter Zeitdruck und muss Kunden meist über vorab abgeschlossene Lieferverträge bedienen. Bei zu starken Schäden an Rückegassen(Maschinenwegen) muss trotz allem Lieferdruck das Holzrücken eingestellt werden.

Stark verdreckte Fahrwege nach Holzrückeeinsatz

verdreckter Fahrweg

6-Rad Rückemaschine mit Bänder

6-Rad Maschine

 

Wegebau