Lärmaktionsplan der Gemeinde Weingarten (LAP)

- Aktuelle Fragebogenaktion im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung -

Hintergrundinformationen:  Für die Aufstel­­­­lung des Lärmak­ti­­­­ons­­­­pla­­­­nes ist die Gemeinde Weingarten nach Bunde­­­­sim­­­­mis­­­­si­­­­ons­­­­schutz­­­­ge­­­­setz BlmSchG § 47e zuständig und verpflich­tet. Ziele und Aufgaben des Aktions­­­­­­­pla­­­­nes: Strategien und Maßnahmen zur Lärmmin­­­­de­rung und Lärmver­­­­­­­mei­­­­dung hochbe­las­te­ter Bereiche entwickeln und bisher ruhige Gebiete vor Lärmzu­­­nah­­­men  schützen. Mit dem Gesetz zur Umsetzung der EU-Umgebungs­­lär­m­richt­­­li­­­nie wurde das Bundes- Immis­­­si­­­ons­­­schutz­­­ge­­­setz (BlmSchG) geändert und § 47 zur Lärmmin­­­de­rungs­­­­­pla­­­nung modifi­­ziert. Nach § 47d haben betroffene Gemeinden Lärmmin­­­de­rungs­­plä­ne aufzu­s­tel­len. Die Gemeinde Weingarten hat im ersten Schritt des Lärmaktionsplanes verkehrliche Analysen, Lärmanalysen, Betroffenheitsanalysen, Konfliktanalysen, Ermittlung ruhiger Gebiete und Analyse vorhanden Planungen aufgestellt. Die Bewertung des Ist-Zustandes erwies im Bereich der Hauptverkehrsstraßen B3 und A5 sowie im Bereich der L 559, Jöhlinger Straße und Ringstraße sehr hohe bis hohe Lärmbelastungen für die Anwohner. In den genannten Bereichen sind demnach insgesamt ca. 1280 lärmbelastete Einwohner/-innen mit Lärmpegelwerten oberhalb 65 db(A) am Tag oder 55 dB (A) bei Nacht betroffen.

Für diese Bereiche waren im weiteren Verlauf der Lärmaktionsplanung Maßnahmen zur Lärmminderung zu prüfen.  Die Festlegung von Maßnahmen ist in das Ermessen der Gemeinden gestellt, der Maßnah­men­katalog wird seither vom Gemeinderat abgear­­bei­tet.

Ein wesentlicher Bestandteil der Lärmaktionsplanung ist die Öffentlichkeitsbeteiligung, um den betroffenen Anwohner die Möglich­keit zu geben, sich an den Maßnah­men­vor­­schlä­gen zu beteiligen. Diese Beteiligung wird mittels eines Fragebogens durchgeführt, der an die Anwohner der Waldbrücke und der Hauptverkehrsstraßen Bundesstraße 3 und Landesstraße 559 versendet wurde.  Der Fragebogen für den Ortskern fragt nach dem Grad der subjektiven Störungsempfindung durch Straßenverkehr, ermittelt weitere Lärmquellen und fragt Vorschläge ab, die Lärmbelastung zu verringern. 

Öffentlichkeitsbeteiligung Lärmschutzwall Waldbrücke

Zwischenzeitlich liegt für eine geeignete Lärmschutzmaßnahme eine Genehmigung vor, welche aus einer Kombination von Lärmschutzwall und -wand entlang der BAB 5 besteht. Für die Ausgestaltung dieser werden die Bewohner der Waldbrücke befragt, ob sie es „für notwendig halten, den Verkehrslärm der BAB 5 für die Waldbrücke zu verringern“, ob entlang der Autobahn ein Lärmschutzwall gebaut werden soll und ob sie in diesem Fall bereit wären, „geringe zusätzliche Beeinträchtigungen während der Bauzeit zu akzeptieren“.  

Folgende Eigenschaften  hätte der Bau einer Lärmschutzwall und -wand entlang der BAB 5:

Länge des Gesamtbauwerkes:              1210 m Lärmschutzwall

                                                           190 m Lärmschutzwände

Bauhöhe:                                              Lärmschutzwall 10 m, Lärmschutzwand bis 6.5 m

Aufstandsfläche:                                  knapp 50.000 m2

Schüttvolumen:                                    280.000 m3

Lkw-Aufkommen                                  15 – 25 Lkw/Tag durchschnittlich

voraussichtliche Bauzeit:                      5 Jahre

 Bei Ausführung der o.g. Planung sagen schalltechnische Berechnungen eine spürbare Ver-ringerung des von der BAB 5 ausgehenden Schallpegels für nahezu den gesamten Ortsteil Waldbrücke voraus.

Nach aktueller Abwicklungsplanung kann das Kerngebiet des Ortsteiles Waldbrücke während der Bauzeit vom Bauverkehr weitgehend ausgespart werden. In Verhandlungen mit dem Regierungspräsidium konnte erreicht werden, dass die Anlieferung der Erdmassen über die A5 erfolgt. Die Abfahrt erfolgt über die K3539 und die L559.

Der Bund stellt für die Maßnahme keine Mittel zur Verfügung. Es wird davon ausgegangen, dass die Gesamtkosten (Baukosten Wall / Wände, Entwässerung, Zu-/ Abfahrten, Aus-gleichsmaßnahmen, Ablösekosten, Ingenieurleistungen, Qualitätssicherung) vollständig über die Erdmaterialanlieferung finanziert werden können.

Die Auswertung der Befragung dient der Entwicklung von geeigneten Maßnahmen zur Verbesserung der Lärmsituation. Dabei ist uns Ihre Meinung zu diesem Thema besonders wichtig.  Nach der Auswertung des Fragebogens wird ein Maßnahmen- Gesamtkonzept aufgestellt, der die Bedenken und Anregungen der Anwohner beinhaltet. Der Auslegungsentwurf des Lärmaktionsplans wird im Herbst 2014 im Rahmen einer Bürgerversammlung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Hier sehen Sie den geplanten Verlauf des Lärmschutzwalles an der A5.

Querschnitt der geplanten Kombination von Lärmschutzwall- und wand.

Wegekonzept zur An- und Abfahrt